02.10.1993

2. Oktober 1993

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Gründung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Bild 1: Wissenschaftsminister Prof. Rolf Frick verkündet die Gründung der Otto-von-Guericke-Universität. Bild 2: Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Willi Polte überreicht Rektor Prof. Jürgen Dassow ein neues Relief für die Rektorenkette. Bild 3: Prof. Jürgen Dassow würdigt die Grün¬dung der Otto-von-Guericke-Universität.

Auf einem akademischen Festakt gründete Sachsen-Anhalts Minister für Wissenschaft und Forschung Prof. Rolf Frick am 2. Oktober 1993 die Otto-von-Guericke-Universität. Keine Zentralisierung solle damit erreicht werden, bekräftigte der Minister, sondern mehr Effizienz und ein sich gegenseitiges Ergänzen und Befruchten der unterschiedlichen Disziplinen. An der neuen landeshauptstädtischen Alma mater seien die besten Bedingungen geschaffen, den Humboldtschen Universitätsgedanken zu verwirklichen.
Zum äußeren Zeichen der Würde überreichte der Magdeburger Oberbürgermeister Willi Polte dem Rektor Prof. Jürgen Dassow ein neues Relief als Ergänzung für die Amtskette. Es stellt auf der einen Seite ein Porträt des Namenspatrons der Universtität dar. Auf der anderen Seite symbolisiert ein aufgeschlagenes Buch den Auftrag, den eine universitäre Bildungseinrichtung zu erfüllen hat. Der gegenwärtigen Amtskette des Rektors sind zwischen den zwanzig Kettengliedern zwei mittelgroße Reliefs mit dem Porträt Otto von Guerickes und dem Stadtwappen eingefügt. Der Magdeburger Bildhauer und Gestalter der Kette, Heinrich Apel, arrangierte die Kettenglieder in Form der berühmten Magdeburger Halbkugeln. Mit dem neuen Kettenteil habe die Rektorenkette gut das dreifache Gewicht, schätzte Professor Dassow ein und hofft, daß in Zukunft die Otto-von-Guericke-Universität auch ein großes Gewicht haben werde im Konzert der Universitäten.
Vor 40 Jahren, fast auf den Tag genau, wartete schon einmal eine Matrikel Nummer 1 erwartungsvoll auf die feierliche Immatrikulation. Nun war am zweiten Oktobertag des Jahres 1993 wieder eine erste Matrikel zur feierlichen Studieneinführung gekommen, die der Otto-von-Guericke-Universität. Grund genug für Prof. Peter Käferstein, Dekan der Fakultät Maschinenbau, sich an die Wurzeln der Alma mater magdeburgensis zu erinnern, gehörte er 1953 doch zu den ersten Studenten der damaligen Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg. Das Studium begann mit einem Praxissemester, da es an Räumen und Lehrkräften fehlte. Am 5. März 1954, einem Rosenmontag, wurde die erste Lehrveranstaltung abgehalten und eine Tradition geboren - der TU-Fasching. Zum Jahresende 1958 verließen die ersten 281 Diplomingenieure die Hochschule. Genaugenommen verließen sie nicht alle, erinnerte sich Peter Käferstein, denn der akute Mangel an Assistenten wurde durch die Anstellung der besten Absolventen ausgeglichen.
Prof. Wolfram Neumann, Prorektor für Bildung der Medizinischen Akademie, erinnerte auf dem Festakt an die Ursprünge der Medizinischen Akademie. In der Magdeburger Akademie siedelte sich, im Gegensatz zu gleichen Einrichtungen in Erfurt und Dresden, frühzeitig zu den klinischen Fächern auch die vorklinische Ausbildung an. Möglich war dies durch den Ausbau des Sudenburger Krankenhauses. Als Wolfram Neumann die Zulassung zum Medizinstudium an der Medizinischen Akademie Magdeburg erhielt, war er wenig begeistert, gestand er ein. Ihn reizte ein Studium an der Leipziger Uni, an der er beispielsweise Biochemie als Nebenfach belegen oder Vorlesungen über große Literaten und Philosophen hören konnte. Dies, so Professor Neumann, sei nun mit der Gründung der Otto-von-Guericke-Universität auch für einen Medizinstudenten in Magdeburg möglich.

Bild 1: Prof. Peter Käferstein, Dekan der Fakultät Maschinenbau. Bild 2: Zu den Ehrengästen des Festaktes der Otto-von-Guericke-Universität gehör¬ten Prof. Rolf Frick (2. v. I.), Minister für Wissenschaft und Forschung und Dr. Willy Polte (3. v. I.), Oberbürgermeister von Magdeburg. Ebenso Dr. Rüdiger Fikentscher, Vizepräsident des Landtages von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Hartig, Rektor der Fachhochschule Anhalt, Prof. Dr. Collins, von der TU Braun¬schweig, Prof. Dr. Neumann, Rektor der Medizinischen Hochschule Hannover, und Prof. Dr. Szekeres von der TH Istvan Szechenyi Györ Ungarn. Bild 3: Prof. Wolfram Neumann, Prorektor für Bildung der Medizinischen Akademie.



Weltgeschehen

  • Das türkische Staatssicherheitsgericht wandelt die gegen den kurdischen Separatistenführer Abdullah Öcalan verhängte Todesstrafe in lebenslange Haft um.

Deutschland

  • Mit 90,1% der Delegiertenstimmen wählt der Gewerkschaftstag der IG Metall den bisherigen zweiten Vorsitzenden Klaus Zwickel zum Nachfolger des zurückgetretenen Franz Steinkühler.

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Quellen

1991-2000/1993/10/02.10.1993.txt · Zuletzt geändert: 2013/03/21 13:34 von schirrme
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